Rick erfährt, warum seine Tochter das Haus nie hätte verlassen dürfen-hangle09

Robbins schob die zweite Mappe über den Tisch, und Rick sah sofort, dass sie dünner war als die erste. Keine Firmenregister. Keine langen Listen. Nur wenige Seiten, sauber geordnet.

„Was hat das mit Emma zu tun?“, fragte er.

Detective Lauren Robbins antwortete nicht sofort.

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Sie öffnete die Mappe und legte ein Foto vor ihn.

Darauf war das Haus von Roger Scott zu sehen.

Rick erkannte die weiße Veranda, die dunklen Fenster und die Einfahrt, in der er an diesem Morgen mit laufendem Motor gesessen hatte.

„Wir haben dieses Haus seit einiger Zeit beobachtet“, sagte Robbins. „Nicht wegen eines einzelnen Vorfalls. Wegen eines Musters.“

Rick setzte sich jetzt doch.

Seine Finger lagen flach auf dem Tisch.

„Und Emma?“

Robbins blätterte weiter.

„Ihre Tochter war nicht die Zielperson der Ermittlungen.“

Rick atmete aus.

„Aber sie war ein entscheidender Bestandteil dessen, was heute passieren sollte.“

Er verstand den Satz nicht.

Noch nicht.

Mallister stand am Fenster des kleinen Raumes und sagte nichts. Der Sheriff, der Rick vor weniger als einer Stunde angewiesen hatte, seine Tochter nicht aus dem Wagen zu lassen, wirkte plötzlich nicht mehr wie jemand, der zufällig an einem Haus vorbeigekommen war.

Er war vorbereitet gewesen.

Rick zeigte auf das Foto.

„Warum haben Sie mich nicht früher gewarnt?“

Mallister drehte sich um.

„Weil wir nicht wussten, wann Emma dort sein würde.“

„Das war mein Umgangswochenende.“

„Wir wussten von der Vereinbarung.“

Rick starrte ihn an.

„Dann wussten Sie, dass ich komme.“

„Wir wussten, dass die Übergabe stattfinden sollte.“

Das war nicht dasselbe.

Rick dachte an seine Ankunft zurück.

Die leere Veranda.

Die dunklen Fenster.

Die Tatsache, dass niemand auf sein Klopfen gewartet hatte, weil er gar nicht ausgestiegen war.

„Was hätten Sie getan, wenn ich die Tür geöffnet hätte?“

Mallister antwortete erst nach einigen Sekunden.

„Das sollten Sie nicht herausfinden müssen.“

Robbins schob das Foto zur Seite.

„Es gibt etwas, das Sie über die letzten sechs Monate wissen müssen.“

Sie nahm ein weiteres Blatt aus der Mappe.

„Roger Scott steht im Mittelpunkt einer Untersuchung zu mehreren Firmen und Geldbewegungen. Wir prüfen, ob diese Firmen tatsächlich für die Geschäfte genutzt wurden, die auf dem Papier angegeben sind.“

Rick dachte an die Kisten im Keller.

„Das Medizinzimmer.“

Robbins hob den Blick.

„Ihre Tochter hat diesen Ausdruck benutzt?“

Rick nickte.

„Vor zwei Monaten. Nach einem Besuch bei Roger.“

„Was genau hat sie gesagt?“

Rick erzählte es ihr.

Kisten.

Flaschen.

Eine Tür.

Roger, der wütend geworden war.

Marsha, die gelacht hatte.

Er hatte damals geglaubt, seine Tochter habe etwas gesehen, das sie nicht verstand.

Jetzt hörte er ihre Stimme wieder.

Daddy, da ist ein Medizinzimmer.

Ein Satz, den er damals weggelegt hatte, weil ein Teil von ihm nicht noch einen Streit mit Marsha beginnen wollte.

Robbins schrieb sich etwas auf.

„Warum haben Sie uns das nicht früher erzählt?“

Rick sah sie an.

„Weil ich dachte, sie hätte sich geirrt.“

„Und jetzt?“

„Jetzt weiß ich, dass sie etwas gesehen hat.“

Robbins schob das nächste Foto über den Tisch.

Diesmal war darauf kein ganzer Raum zu sehen.

Nur eine Tür.

Eine Kellertür.

Rick erkannte sie nicht sofort, weil er sie nie selbst gesehen hatte.

Aber neben der Tür standen mehrere Kisten.

Einige waren verschlossen.

Andere waren geöffnet.

Auf dem Bild war nichts Spektakuläres.

Gerade das machte es für Rick schlimmer.

Es sah aus wie ein Raum, in dem jemand Dinge lagerte, die dort niemand hätte erklären können.

„Wann wurde dieses Foto aufgenommen?“

„Vor drei Wochen.“

„Und warum haben Sie heute gewartet?“

Robbins sah zu Mallister.

„Weil wir einen konkreten Anlass brauchten.“

Rick verstand langsam.

Heute war kein gewöhnlicher Besuch gewesen.

Es war ein Termin gewesen, bei dem jemand damit gerechnet hatte, dass Emma das Haus betreten würde.

„Wer hat den Termin angesetzt?“

„Das ist komplizierter.“

„Nicht für mich.“

Rick sprach jetzt leise.

„Es geht um meine Tochter. Also sagen Sie mir, wer sie dort haben wollte.“

Robbins ließ die Hand auf der Mappe liegen.

„Wir glauben, dass Ihre Ex-Frau von Teilen der Sache wusste.“

Rick hatte diese Möglichkeit bereits gesehen.

Trotzdem traf der Satz anders, als er ihn aussprach.

„Marsha.“

„Ihr Name taucht in den Unterlagen mehrmals auf.“

„Als Tochter von Roger?“

„Nicht nur.“

Robbins zeigte auf die Unternehmensunterlage.

„Sie ist mit einer Firma verbunden, deren Finanzbewegungen wir untersuchen.“

Rick nahm das Blatt noch einmal.

Der Name stand tatsächlich dort.

Marsha Hunt.

Nicht handschriftlich.

Nicht als Notfallkontakt.

Als Teil einer geschäftlichen Struktur.

„Seit wann?“

„Die Verbindung selbst ist älter. Wir prüfen gerade, wann sie wusste, wofür die Firma tatsächlich verwendet wurde.“

Rick legte das Blatt zurück.

„Und Sie wissen nicht, ob sie davon wusste.“

„Wir wissen noch nicht alles.“

Das war die erste Antwort an diesem Morgen, die Rick glaubte.

Keine fertige Geschichte.

Keine einfache Erklärung.

Nur das, was bereits feststand.

Er dachte an Marsha auf der Veranda.

An die acht Monate im Sorgerechtsstreit.

An die Anwälte, die Roger bezahlt hatte.

An die Vorwürfe, Rick sei zu oft bei der Arbeit gewesen.

Damals hatte er sich gegen den Vorwurf gewehrt.

Nicht gegen jeden Teil davon.

Er hatte tatsächlich zu viel gearbeitet.

Er hatte einen Geburtstag verpasst.

Er hatte geglaubt, dass er die verlorene Zeit später nachholen könne.

Nach der Scheidung hatte er genau das versucht.

Und jedes Umgangswochenende war zu einer Prüfung geworden.

War er pünktlich?

Hatte er alles dabei?

Kam Emma mit sauberen Sachen zurück?

Gab es wieder eine Nachricht von Marsha?

Jetzt bekam jedes Detail eine andere Bedeutung.

Robbins beobachtete ihn.

„Sie haben gesagt, Roger habe Sie während des Sorgerechtsstreits unter Druck gesetzt.“

„Er hat Marshas Anwälte bezahlt.“

„Warum?“

Rick zuckte mit der Schulter.

„Weil er sie unterstützen wollte.“

„Vielleicht.“

Rick sah sie an.

Robbins sagte nichts weiter.

Das Wort blieb zwischen ihnen liegen.

Vielleicht.

Rick nahm die Akte erneut.

„Was ist heute passiert, bevor ich angekommen bin?“

Mallister trat vom Fenster weg.

„Wir hatten Grund zu glauben, dass sich im Haus etwas befinden würde, das wir sichern mussten.“

„Was?“

„Das kann ich Ihnen noch nicht sagen.“

Rick wurde scharf.

„Aber Sie konnten mir sagen, dass Emma nicht aus dem Auto darf.“

„Ja.“

„Warum?“

Mallister sah ihm direkt ins Gesicht.

„Weil wir nicht wussten, wer sich im Haus befindet und ob jemand versucht, Emma als Druckmittel zu benutzen.“

Rick sagte nichts.

Das war der Satz, den er gebraucht hatte.

Nicht, weil er beruhigte.

Sondern weil er endlich erklärte, warum ein Sheriff ihn mitten auf einer Einfahrt angewiesen hatte, den Motor zu simulieren.

Emma war nicht zufällig dort gewesen.

Ihre Anwesenheit konnte Teil eines Plans sein.

Rick stand auf.

„Ich will sie sehen.“

„Sie ist bei Tony und Jessica sicher.“

„Ich will trotzdem zu ihr.“

Robbins nickte.

„Das können Sie.“

Rick blieb stehen.

„Aber?“

„Aber wir müssen vorher etwas klären.“

Sie holte einen Umschlag aus der Mappe.

Er war schlicht.

Kein großes Siegel.

Keine auffällige Aufschrift.

Nur eine dünne Mappe mit mehreren Dokumenten darin.

„Diese Unterlagen wurden heute Morgen im Haus gefunden.“

Rick sah sie an.

„Was ist darin?“

„Eine Liste.“

„Von was?“

„Besuchen.“

Rick spürte, wie sich sein Magen zusammenzog.

„Emmas Besuchen?“

Robbins nickte.

„Nicht nur ihre.“

Sie öffnete den Umschlag.

Die erste Seite war eine Tabelle.

Datum.

Uhrzeit.

Name.

Rick erkannte mehrere Einträge nicht.

Dann sah er einen, den er kannte.

Emma Hunt.

Er las das Datum.

Seine Tochter war an diesem Tag bei Roger gewesen.

Rick erinnerte sich daran.

Es war ein Dienstag gewesen.

Marsha hatte ihn gebeten, Emma früher abzuholen, weil sie angeblich Kopfschmerzen hatte.

Er hatte sie abgeholt.

Emma hatte im Auto geschlafen.

Damals hatte Rick nichts weiter gedacht.

Jetzt stand das Datum auf einer Liste.

Neben einer Uhrzeit.

Und neben einer Bemerkung, die er zunächst nicht verstand.

„Was bedeutet das?“

Robbins zog die Seite näher zu sich.

„Das versuchen wir herauszufinden.“

„Sie wissen es nicht?“

„Nicht sicher.“

Rick zeigte auf die nächste Zeile.

„Und die?“

„Eine andere Person.“

„Kind?“

Robbins schüttelte den Kopf.

„Das können wir nicht sagen.“

Rick las weiter.

Mehrere Namen.

Mehrere Termine.

Einige Daten lagen Wochen auseinander.

Dann sah er etwas, das ihn wieder an Emma erinnerte.

Ein Symbol neben einem Eintrag.

Kein Name.

Nur ein kleines Zeichen, das sich wiederholte.

Rick deutete darauf.

„Was ist das?“

Robbins nahm den Stift.

„Das ist einer der Gründe, warum wir noch nicht fertig sind.“

Sie markierte das Zeichen.

„Wir wissen, dass es eine Bedeutung hat. Wir wissen nur noch nicht genau, welche.“

Rick lehnte sich zurück.

Der alte Reporter in ihm war wieder da.

Nicht der Vater, der Angst hatte.

Nicht der Ex-Mann, der sich fragte, wie viel er übersehen hatte.

Der Reporter, der eine Tabelle betrachtete und wissen wollte, warum jemand eine bestimmte Markierung gesetzt hatte.

„Wer hat sie geschrieben?“

„Wir wissen es nicht.“

„Handschriftlich?“

„Teilweise.“

„Und der Rest?“

„Ausgedruckt.“

Rick sah Mallister an.

„Dann gibt es mehr als eine Quelle.“

Mallister nickte.

„Deshalb ermitteln wir weiter.“

Rick blätterte um.

Auf der nächsten Seite stand wieder Emmas Name.

Diesmal daneben ein anderes Datum.

Er kannte auch dieses Datum.

Ein Samstag.

Der Tag eines weiteren Umgangswochenendes.

Rick hatte Emma damals bei Roger abgesetzt.

Sie hatte Mr. Whiskers dabei gehabt.

Sie hatte ihm beim Weggehen nachgewinkt.

Rick erinnerte sich plötzlich an etwas Kleines.

Emma hatte gesagt, sie wolle später noch ihren Hasen holen.

Er hatte gelacht und gesagt, Mr. Whiskers sei doch bei ihr.

Sie hatte den Kopf geschüttelt.

„Nein, Daddy. Der andere.“

Rick hatte nicht verstanden, was sie meinte.

Jetzt wusste er nicht, ob es überhaupt wichtig gewesen war.

Vielleicht war es nur eine kindliche Verwechslung.

Vielleicht nicht.

Er hasste das Wort inzwischen.

Vielleicht.

Robbins nahm ihm die Seite vorsichtig aus der Hand.

„Wir wollen nicht, dass Sie aus einzelnen Details eine fertige Geschichte bauen.“

Rick sah sie an.

„Das habe ich elf Jahre lang als Reporter gelernt.“

„Dann wissen Sie auch, dass ein Muster erst dann ein Muster ist, wenn es belegt ist.“

Rick nickte.

Das stimmte.

Und trotzdem konnte er nicht aufhören, an Emma zu denken.

An ihre Stimme.

An Mr. Whiskers.

An das angebliche Medizinzimmer.

An die dunklen Fenster.

An Mallisters Satz.

Ihre Tochter sollte dieses Haus heute niemals wieder verlassen.

Robbins schloss die Mappe.

„Es gibt noch etwas.“

Rick sah sie an.

„Was?“

„Wir haben die heutige Übergabe nicht nur wegen der Untersuchung beobachtet.“

Sie schob ein letztes Blatt zu ihm.

Darauf stand die vereinbarte Umgangszeit.

Rick kannte den Termin.

Aber unter der Zeit stand eine zusätzliche Notiz.

Nicht von ihm.

Nicht von Marsha.

Rick las sie zweimal.

Dann ein drittes Mal.

„Wer hat das hinzugefügt?“

„Das wissen wir noch nicht.“

„Und was bedeutet es?“

Robbins sah ihn an.

„Dass heute jemand erwartet hat, dass Emma länger im Haus bleibt als gewöhnlich.“

Rick stand auf.

Der Stuhl schabte über den Boden.

„Ich fahre zu meiner Tochter.“

Robbins hielt ihn nicht auf.

„Ja.“

Rick nahm seine Jacke.

Dann blieb er an der Tür stehen.

„Eine Frage noch.“

Robbins wartete.

„Ist Marsha in Gefahr?“

Robbins antwortete vorsichtig.

„Sie befindet sich in Gewahrsam. Mehr kann ich Ihnen dazu im Moment nicht sagen.“

Rick nickte.

Er ging.

Im Flur blieb Mallister neben ihm.

„Mr. Hunt.“

Rick drehte sich um.

„Ihre Tochter hat heute Glück gehabt.“

Rick sah ihn lange an.

„Nein“, sagte er. „Sie hatte einen Sheriff, der mir gesagt hat, ich soll im Auto bleiben.“

Mallister erwiderte nichts.

Rick ging weiter.

Draußen war der Tag inzwischen heller geworden.

Er stieg in sein Auto und legte die Hände ans Lenkrad.

Zum ersten Mal seit dem Morgen zitterten sie nicht.

Er dachte an Emma.

Nicht an Roger.

Nicht an Marsha.

Nicht an die Firmen.

Nur an Emma.

Er fuhr zu Tony und Jessica.

Als er ankam, stand Emma mit Mehl an den Händen in der Küche.

„Daddy!“

Sie rannte auf ihn zu.

Rick ging sofort in die Hocke und nahm sie in die Arme.

„Hey, Käferchen.“

„Wir haben Kekse gemacht.“

„Das sehe ich.“

Sie zeigte auf den Tisch.

Mr. Whiskers lag daneben.

Rick musste lächeln.

„Da ist er ja.“

Emma sah ihn ernst an.

„Daddy?“

„Ja?“

„Warum darf ich nicht mehr zu Grandpa Roger?“

Rick sah kurz zu Tony.

Dann zu Jessica.

Er wollte ihr die Wahrheit sagen.

Aber er wusste noch nicht, welche Wahrheit bereits feststand.

„Heute bleibst du erst einmal hier bei mir.“

Emma nickte.

„Okay.“

Sie nahm Mr. Whiskers und drückte ihn an ihre Brust.

Dann sagte sie etwas, das Rick den ganzen Weg von der Dienststelle bis hierher nicht erwartet hatte.

„Aber ich muss dir noch etwas zeigen.“

Rick hielt inne.

„Was denn?“

Emma nahm ihn an der Hand.

Sie führte ihn zu ihrer Tasche.

Dort lag ein kleiner Stoffbeutel, den Rick noch nie gesehen hatte.

Emma öffnete ihn.

Darin war ein Schlüssel.

Rick sagte nichts.

Emma sah zu ihm hoch.

„Den hat Grandpa mir gegeben.“

Rick nahm den Schlüssel nicht sofort.

Er sah nur darauf.

Dann auf seine Tochter.

„Wann?“

„Beim letzten Mal.“

„Warum?“

Emma zuckte mit den Schultern.

„Er hat gesagt, ich soll ihn gut aufheben.“

Rick spürte, wie sich etwas in ihm zusammenzog.

„Hat er gesagt, wofür er ist?“

Emma schüttelte den Kopf.

„Nein.“

Sie dachte kurz nach.

„Aber er hat gesagt, dass ich ihn niemandem zeigen darf.“

Rick sah zu Tony.

Tony hatte die Veränderung in seinem Gesicht bemerkt.

„Was ist los?“

Rick antwortete nicht.

Er nahm den Schlüssel.

Klein.

Metall.

Ein gewöhnlicher Schlüssel.

Und doch war er jetzt der Gegenstand, der aus einem Satz seiner Tochter eine konkrete Frage machte.

Rick wusste noch nicht, welche Tür er öffnete.

Aber er wusste, dass Roger Scott gewollt hatte, dass Emma ihn behielt.

Und zum ersten Mal an diesem Tag hatte Rick etwas in der Hand, das nicht nur zu seiner Angst gehörte.

Es war ein Gegenstand.

Ein Gegenstand, den Emma selbst aus dem Haus mitgebracht hatte.

Ein Gegenstand, dessen Bedeutung noch offen war.

Am späten Nachmittag rief Robbins erneut an.

Rick nahm ab.

„Ja?“

„Wir haben einen weiteren Punkt gefunden.“

Rick sah auf den Schlüssel in seiner Hand.

„Was für einen?“

„Die Tür, zu der dieser Schlüssel gehört, befindet sich nicht im Keller.“

Rick richtete sich auf.

„Wo dann?“

Am anderen Ende war es kurz still.

Dann sagte Robbins: „Wir glauben, dass sie sich an einem Ort befindet, den Emma regelmäßig gesehen hat.“

Rick blickte zur Küche.

Seine Tochter saß dort mit Tony und Jessica und verzierte Kekse.

Mr. Whiskers lag neben ihr.

Alles sah normal aus.

Fast zu normal.

Rick schloss die Hand um den Schlüssel.

„Ich komme zurück zur Dienststelle.“

„Allein“, sagte Robbins.

„Warum?“

„Weil wir jetzt wissen, wonach wir suchen.“

Rick sah noch einmal zu Emma.

Diesmal wusste er, dass die Frage nicht mehr lautete, was Roger Scott im Keller versteckte.

Die Frage war, warum er seiner sechsjährigen Enkelin einen Schlüssel gegeben hatte.

Und warum jemand gewollt hatte, dass Rick heute Morgen mit Emma genau an diesem Haus auftauchte.

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